Mit dem dicken Auto zur Tafel

      Mit dem dicken Auto zur Tafel

      Es gibt noch etwas, das sie zur Sprache bringen will:

      Manchmal wundert sie sich über die Autos, die bei der Tafel vorfahren."Ich hab gedacht, ich seh nicht richtig: Dann steigen die in einen 280er niegelnagelneuen Mercedes. Aber der war dann um die Ecke geparkt – das gibt’s doch gar nicht!"

      Auch heute sehen wir in den zehn Minuten, die wir in der Nähe der Tafel im Nieselregen stehen, drei teuer aussehende Autos, in denen Familien wegfahren, die eben noch in der Tafel waren.

      Das ist es, was Renate Seelig traurig und wütend macht.

      Die Familien in den dicken Autos sähen immer ausländisch aus, sagt Renate Seelig. Trotzdem sei sie nicht dafür, keine Ausländer mehr in der Tafel aufzunehmen. Sie würde sich nur wünschen, dass sie weniger für die Tafel zahlen müsste als die Familien. Und dass Menschen mit teuren Autos ihr nicht mehr die Koteletts wegessen. Damit sie mittags etwas Ordentliches zu ihren Paprika dazu essen kann.

      Kucks DU!